
Stellten gemeinsam die Pläne für die Zeit nach dem Abbruch des Vereinshauses vor (v. l.) Matthias Wittland (Fachbereichsleiter beim Caritasverband), Pastor Stefan Scho, Bernhard Herdering (Geschäftsführer Caritasverband) und Heinz Temminghoff (stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands). (Foto: Anne Winter-Weckenbrock)
Das „Haus der Vereine“ soll abgerissen werden. Nicht ganz – Jugendheim und Altentagesstätte bleiben erhalten. Aber der älteste, mittig gelegene Gebäudeteil mit großem Saal und Gaststätte weicht bald einer neuen Einrichtung: Dort will der Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden Tagespflege für Senioren anbieten.
Diese grundsätzlichen Pläne stellten gestern Pastor Stefan Scho, Heinz Temminghoff als stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender von St. Vitus und St. Jakobus sowie vom Caritasverband Ahaus-Vreden dessen Geschäftsführer Bernhard Herdering und Matthias Wittland, Fachbereichsleiter Altenhilfe, vor. Gleichzeitig, als im Kirchenvorstand der Entschluss für einen Abriss gereift war, habe man davon gehört, dass der Caritasverband ein Projekt in Südlohn plane, blickte Pastor Scho zurück. Die Idee zündete, schnell habe der Kirchenvorstand Zustimmung signalisiert für die Nutzung des Grundstücks, das im Eigentum der Gemeinde bleiben soll. „Es ist klar, dass Wehmut aufkommt“, verhehlte der Pfarrer nicht. Viele Erinnerungen hängen an dem Gebäude, „und viele haben damals auch Hand- und Spanndienste geleistet“, erinnerte Heinz Temminghoff an den Umbau Mitte der 60-er Jahre.
Doch: Was den Gebäudebestand im Verhältnis zur Zahl der katholischen Gemeindemitglieder angeht, liege die Kirchengemeinde deutlich über Soll und kann somit nicht mit Mitteln vom Bistum rechnen für Unterhaltung oder gar Sanierung. Zum Abriss, der Ende des Jahres erfolgen soll, habe der Kirchenvorstand keine Alternative gesehen, so Pastor Scho.
Der Caritasverband als großer Träger ambulanter Dienste wolle in Ergänzung dazu ein Angebot einrichten, das es bislang in Südlohn noch nicht gibt, erklärte Bernhard Herdering. Auch sollen die Anlaufstelle und das Büro der Caritas vom Nordwall ans Vereinshaus umziehen, wo neben der Tagespflegeeinrichtung auch Betreutes Wohnen denkbar sei, so der Geschäftsführer. Noch sei nichts Konkretes geplant, aber die Zusammenarbeit mit einem Investor werde erwogen. „Wir arbeiten eng mit dem Henricus-Stift zusammen und möchten mit der Tagespflege eine Lücke schließen“, erläuterte Matthias Wittland. Dieses Angebot sei vonKunden angefragt worden.
Das „Haus der Vereine“ hat eine lange Geschichte. Wie der Internetseite des Heimatvereins zu entnehmen ist, gab es seit 1874 in Südlohn den St.-Josefs-Verein: „1914 wurde ein eigenes Vereins-und Jugendheim gebaut, das nach einem vollständigen Umbau 1965 noch heute als Haus der Vereine existiert.“ Der mittige Gebäudeteil wurde nach und nach erweitert, wie den Flachdachbauten auch von außen anzusehen ist. Das „Vereinshaus“ wurde zuletzt 15 Jahre vom Ehepaar Assing bewirtschaftet. Der Saal wurde für den bunten Nachmittag der katholischen Frauengemeinschaft genauso genutzt wie für Treffen von kreisweit tätigen Vereinen. Die Auslastung hatte aber nicht für eine grundlegende Sanierung des Gebäudes gesprochen, so die kirchlichen Gremien. (Quelle: Münsterland Zeitung, Anne Winter-Weckenbrock)